Herbstpfeifgans
Dendrocygna javanica
Lebensweise:
Die Rotschnabelpfeifgänse bewohnen vegetationsreiche Flachseen, Flussarme und Teiche in der Ebene, besonders solche in Waldgebieten, meiden aber auch die Gewässer der Kultur - und Graslandschaft nicht. In fast allen ökologisch günstigen Biotopen ihres Verbreitungsgebietes sind sie häufige Brutvögel. Die an der Nord -und Südperipherie beheimateten Populationen sind Zugvögel. Die in Texas brütenden Tiere kehren im April zurück und verlassen dieses Land im frühen November, einzelne überwintern. Als Brutbiotope werden gern Gewässer mit alten, abgestorbenen Bäumen, die direkt im oder am Wasser stehen, aufgesucht. Bei einem großen Nisthöhlenangebot kann es sogar zu lockeren Koloniebildungen kommen. In anderen Gebieten befinden sich jedoch die meisten Gelege gut getarnt in der Bodenvegetation, manchmal auch in nicht besetzten Greifvogelnestern. Die Brutzeit beschränkt sich im Norden auf die Monate Mai bis Juni/Juli, in den Tropen nimmt sie einen
wesentlich längeren Zeitraum ein. Die Nisthöhle wird von beiden Partnern inspiziert. Die Eiablage erfolgt täglich, die Vollgelege bestehen aus 12 - 16 weißlichen Eiern. Die Brutdauer beträgt 27 - 28 Tage, beide Partner brüten. Eine Dunenauspolsterung erfolgt nicht. Als eine Besonderheit für diese Art
gilt, dass in günstig gelegene Höhlen sehr oft mehrere Weibchen gleichzeitig
legen.bIn diesen sogenannten “dump - nests” wurden bis zu 38 Eier gefunden. Die Jungenführung erfolgt durch beide Eltern. Dem großen
Geselligkeitstrieb zufolge scharen sich die Rotschnabelpfeifgänse nach vollendeter Brut bald wieder zu lockeren Flügen zusammen. Tagsüber nur wenig aktiv, streichen sie nachts umher und unternehmen Futterflüge nach
nahegelegenen Feldern. Hierbei lassen sie ihre laute, pfeifende Stimme hören.
Nahrung:
Sie besteht zum grossen Teil aus Vegetabilien wie Getreide, Gräser und Wildhirse und zum
kleineren Teil aus Kleintieren, vorwiegend Mollusken und Insekten.
Haltung und Zucht:
Annähernd häufig wie die Witwenpfeifgans wird die Rotschnabelpfeifgans seit Mitte des 19. Jahrhunderts in europäischen Zoos gehalten. Wohl zu jeder Zeit wurde überwiegend die südliche Form importiert, die auch heute noch leichter züchtbar ist als die nördliche.
Rotschnabelpfeifgänse sind temperaturempfindlicher als andere Pfeifgänse und relativ streitsüchtig. Ihre Pflege empfiehlt sich in großen Anlagen.
Die Kükenaufzucht, mit Eltern oder unter der Wärmelampe, bereitet keine
Probleme. Bald nach der Befiederung färben sich der Schnabel und die Füße rötlich. Die Geschlechtsreife tritt gegen Ende des zweiten Lebensjahres ein.
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