Kolbenente

Netta rufina

Lebensweise:
Bevorzugte Brutbiotope sind große, flache Binnenseen mit breiten Rohrkanten, eingesprengten Schilfinseln und üppiger Unterwasserflora. Im westlichen Zentralasien - dem Kern des Brutvorkommens - bewohnen die Kolbenenten die brackigen und salzigen Steppengewässer. Die Enten treffen verpaart in den Brutgebieten ein und halten sich, bis die Nestreviere besetzt werden, in kleinen Trupps auf der freien Wasserfläche auf. Ähnlich wie Stockentenerpel versuchen auch die Kolbenentenerpel fremde Weibchen gewaltsam zu begatten. Einzelne Männchen tauchen mit Pflanzenteilen hoch und bieten sie dem Weibchen an, dieses “Balzfüttern” ist nur von Kolbenenten bekannt. Das Nest wird wenige Tage vor dem Legen nahe dem Wasser im Röhricht oder auf Seggenblüten errichtet. Es ist ein relativ hoher Turmbau aus Pflanzenmaterial der Nestumgebung, die Auskleidung des Nestes erfolgt mit Dunen. 
Normalgelege enthalten 8-12 rahmfarbene, hellgrüne oder graugrüne Eier. Das Männchen wacht in Nestnähe bis gegen Ende der Brut. Dann wandern die Erpel zu den Mauserplätzen ab. Die Jungenaufzucht erfolgt durch das Weibchen in der Schwimmpflanzenregion. Kolbenenten sind Zugvögel, die mitteleuropäischen Brutvögel überwintern in der Camargue und in Spanien, die asiatischen in Vorderasien und Indien.

Nahrung:
Fast ausschließlich Algen (bevorzugt Armleuchteralgen) sowie Grünteile und Samen von Wasserpflanzen und Gräsern; Kleinlebewesen werden offenbar nur zufällig mit der Pflanzennahrung aufgenommen.

Haltung und Zucht:
Kolbenenten werden seit Jahrzehnten in zoologischen Gärten gepflegt und gezüchtet. Einzelne Weibchen brüteten in Körben, die an den dicken Ästen großer Bäume (8-15m) hoch angebracht waren. Heute werden Kolbenenten in gleicher Häufigkeit in Zuchtanlagen und auf Parkgewässern gehalten. Sie sind anspruchslos, robust und relativ kälteunempfindlich. Anderen Arten gegenüber zeigen sich die Erpel im Frühjahr sehr grob und streitsüchtig; die starke Neigung, artfremde Weibchen zu begatten, führt zu unerwünschten Bastardierungen, speziell mit der Brautente, weniger häufig mit der Peposakaente. Unter den verschiedenartigsten Bedingungen liegen die Zuchterwartungen mit der Kolbenente relativ hoch. Im Spätsommer oder Herbst zusammengesetzte Tiere gehen eine Paarung für viele Jahre ein. Finden sich die Partner erst im Frühjahr, bleiben auch bei ungepaarten Tieren Nachzuchten selten aus. Die geschlechtliche Reife tritt innerhalb des ersten Lebensjahres ein. Die Eiablage erfolgt im März in Nisthöhlen und Hütten, seltener in der Teichvegetation. Viele Weibchen legen zwei - bis dreimal, die Erpel können selbst dann noch befruchten, wenn die Ruhemauser schon weit fortgeschritten ist. Wegen des ruhigen Wesens werden Kolbenenten gern als Brut - oder Aufzuchtsammen für andere Arten genutzt. Die äußerst vitalen Kolbenentenküken nehmen auch ohne Anleitung der Eltern sofort das gebotene Futter an.

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