Kragenente

Histrionicus histrionicus

Lebensweise:
Die während der Wintermonate über die Küstenabschnitte verteilten Scharen der Kragenente konzentrieren sich im zeitigen Frühjahr in der Nähe der Flussmündungen. Hier erreichen Balz und Paarung ihre stärkste Intensität. Die fest verpaarten Vögel ziehen auf Island ab Ende April überwiegend schwimmend die Gebirgsflüsse aufwärts. Ihre Brutplätze befinden sich hier an den felsigen Ufern der Binnenseen, häufiger jedoch auf kleinen bewachsenden Lavainseln inmitten reißender Gebirgsströme. Auf Grönland wurden diese Enten auch an der Küste und in Nordamerika in hohlen Bäumen nistend gefunden. Nicht selten kommt es zu lockeren Koloniebildungen. Die Nistplatzwahl trifft das Weibchen, der Erpel bleibt passiver Begleiter.  Ende Juni, Anfang Juli wandern die Erpel bereits in kleinen Gruppen die Flüsse abwärts zum Meer. Die Weibchen führen die Küken zu ruhigen Stellen der Gebirgsflüsse und erscheinen mit ihnen erst im September an der Küste. Jungenten sind mit 30 Tagen befiedert, etwa 55% der geschlüpften Küken werden flügge. 
Außerhalb der Brutzeit halten sich die Kragenenten in lockeren Schwärmen direkt in der Brandungszone felsiger Küstenabschnitte auf. Wassertiefen von 3-5m, in einer Entfernung von 100 - 300 m von der Küste werden bevorzugt, tiefe Buchten und Fjorde allgemein gemieden. Zu Abwanderungen kommt es nur dort, wo das Meer im Winter eine geschlossene Eisdecke trägt.

Nahrung:
Im Sommer bilden die Larven der Kriebel - und Zuckmücken, Eintags - und Köcherfliegen, die zu Massen in den sauerstoffreichen Wasser der Seen und Flüße leben, die Hauptnahrung, weniger werden Krebstierchen und Fischbrut aufgenommen. Die Winternahrung besteht fast ausschließlich aus marinen Mollusken und Crustaceen, die vom Meeresgrund hochgetaucht oder vom Felsen abgelesen werden.

Haltung und Zucht:
Ähnlich wie die Schellenten sind auch die Kragenenten äußert attraktiv gefärbte und bewegungsaktive Wasservögel. Verständlich erscheinen uns deshalb die vielen Bemühungen, diese Art in Volieren zu pflegen und zu züchten. Zwischen 1911 und 1932 wurden mehrfach Kragenenten - Eier isländischer Wildvögel nach England geschafft und dort erbrütet. Die Aufzucht mehrer Jungtiere gelang erst nach einigen Fehlschlägen. Als Nahrung bot man den Küken lebende Wasserinsekten, Garnelen, kleine Muscheln, Leberstückchen, Hering und Kükenaufzuchtfutter, später dann ein Körnergemisch. 

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