Marmelente

Marmaronetta angustirostris

Lebensweise:
Während die südspanischen Populationen um die Jahrhundertwende noch mehrere 1000 Paare umfaßten, gilt ihr Bestand heute mit weniger als 200 Paaren als gefährdet.  Gesicherte Bestände sind aus der Türkei, aus Irak und Iran bekannt. Marmelenten bewohnen ganzjährig seichte Süßwasserseen oder zeitweilig trockenfallende süße, brackige, soda - und natronhaltige Flachgewässer, die neben kleinen offenen Wasserstellen ausgedehnte Riedflächen aus Binsen, Blütengräsern oder flachwüchsigen Salzpflanzengesellschaften, duchsetzt von Tamariskensträuchern, aufweisen. Teiche mit reinen Schilf - und Rohrzonen werden gemieden. Die Nester befinden sich auf trockenem Grund zwischen Horstgräsern und Trockengestrüpp, oft weit vom Wasser entfernt und stets in guter Deckung, nicht selten nur durch Lauftunnel zu erreichen. Die Gelege bestehen aus 7-11 cremefarbenen Eiern. Die Brutdauer beträgt 25 - 27 Tage. Über das Verhalten während der Brut und der Jungenaufzucht ist von Wildvögeln fast nichts bekannt. Zu  Schwarmbildungen und Sommerabwanderungen kommt es in Gebieten, wo die Wasserstände der Brutgewässer stark zurückgehen (u.a. in Südspanien), der eigentliche Herbstzug erfolgt ab September.

Nahrung:
Sie besteht zu einem beträchtlichen Teil aus Kleinlebewesen speziell aus Wasserinsekten, weniger aus Vegetabilien und soll auch tauchend vom Bodengrund aufgenommen werden.

Haltung und Zucht:
Im Gegensatz zu früheren Jahrzehnten, in denen nur wenige Marmelenten in Gehegen lebten, werden sie gegenwärtig in zahlreichen Privatanlagen, Vogelparks und Zoos gehalten und gezüchtet. Marmelenten sind robust, langlebig und unproblematisch in der Haltung. Sie eignen sich für eine gemischte Kollektion wie für Kleinanlagen und Einzelgehege, fühlen sich jedoch am wohlsten, wenn ihnen ein warmer, sonniger Flachteich mit bewachsenen Ufern geboten wird. Überwinterung in zugfreien, gegebenenfalls temperierten Räumen mit zeitweiligen Aufenthalt im Freien. Zusätzlich zum Grundfutter werden gern Garnelen, Regen - oder Mehlwürmer aufgenommen. Die Zuchtergebnisse können sehr ergiebig sein. Andererseits gelingt die Zucht mit manchen Paaren erst nach vielen Jahren. Hinzu kommt die schwierige Geschlechtsbestimmung auf der Basis äusserer Merkmale, viele “Paare” bestehen in Wirklichkeit aus gleichgeschlechtlichen Tieren. Die Eiablage erfolgt in Nistkästen wie in einiger Entfernung vom Teich innerhalb der Bodenregion und beginnt zwischen Mitte und Ende Mai. Die Aufzucht der Jungen bereitet normalerweise keine Schwierigkeiten. Die Jungenten werden gegen Ende des zweiten Lebensjahres geschlechtsreif.


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