Weisskopfruderente
Oxyura leucocephala

Lebensweise:
In der südlichen Sowjetunion, dem Kern ihres Brutvorkommen, bewohnen die Ruderenten ausgedehnte, flache Steppenseen mit breiten Ufervegetationszonen und großen offenen Wasserflächen. Brackwasser wird dem reinen Süßwasser offenbar vorgezogen. Auf stark salzhaltigen Seen fehlt die Art zumindest als Brutvogel; der hohe Salzgehalt lässt den für den Nestbau notwendigen üppigen Schilfbewuchs nicht zu.
Die Rückkehr in die Brutgebiete erfolgt Ende April. In lockeren Trupps rasten die Ruderenten weit entfernt vom Ufer auf der freien Wasserfläche. Bei ruhigem Wetter und völliger Sicherheit schwimmen sie flach eingetaucht und mit schräg aufgerichtetem Schwanz. Bei Gefahr und starkem Wellengang dagegen liegen sie so tief im Wasser, dass nur der Kopf sichtbar ist. Das Nest wird in der äußersten Rohrkante oder auf Schilfinselchen, stets nahe dem tiefen Wasser errichtet. Nicht selten werden alte Nester der Blessralle, Taucher oder Tauchenten als Unterlage genutzt und aus frischem Schilf zu einem tiefen Napf ausgebaut. Die Gelege enthalten 6 - 13 Eier. Sie haben eine rauhe, körnige Oberfläche und sind in frischem Zustand hellgrün, später schmutzigweiß. Die Brutdauer beträgt 25 Tage. Da die Tauchdauer bis zu zwei Minuten betragen soll, kann die Ente unter Wasser vom Nest zum Erpel schwimmen. Im September und Oktober erfolgt der Abzug in die Winterquartiere, die sich auf wenige Seen Anatoliens und Pakistans konzentrieren.

Nahrung:
Sie besteht überwiegend aus Teilen der Wasserpflanzen mit einem geringeren Anteil Kleinlebewesen, während die Mägen untersuchter Jungenten nur Wasserinsekten enthielten.

Haltung und Zucht:
Die Enten brüten sehr fest und verlassen ihr Gelege nur zu einer täglichen kurzen Brutpause. Eine Brutdauer von 25 Tagen wurde im Inkubator ermittelt, die Küken schlüpften mit 57-65 g. Die Ente erwies sich als ausgezeichnete Mutter. Weißkopfruderenten lassen sich gut auf Gehegeteichen halten, die Wasserfläche soll jedoch nicht zu eng sein und muss für die Nestanlage ein natürliche Ufervegetation im Flachwasserbereich aufweisen. Die Überwinterung muss auf einer Wasserfläche erfolgen. Knapp einjährige Tiere sind geschlechtsreif.

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